Insbesondere in den Abendstunden steht mir immer wieder der Sinn nach einer guten Lektüre. Da ich bei meinen letzten Wälzern in die Tiefen der Fantasywelt eingetaucht bin und oder gar Tränen gelacht habe, war es mal wieder an der Zeit, das Genre zu wechseln und mich einem packenden Krimi zu widmen. Als Fan brisanter Thriller ist mir insbesondere Charlotte Link unlängst ein Begriff, sodass meine Wahl schnell auf ihr jüngstes Werk „Die Betrogene“ fiel. Also landete das gute Stück für 9,99 Euro in meinem Einkaufswagen und die Spurensuche konnte beginnen.Charlotte-Link-Die-Betrogene in „Die Betrogene“ von Charlotte Link - wenn eine Affäre zum Verhängnis wird

Der Ex-Polizist Richard Linville, Vater von Kate Linville, ihrerseits Polizistin beim Scotland Yard, wird auf bestialische Weise in seinem Haus in den Hochmooren ermordet. Von dem Täter fehlt bis heute jede Spur und die zuständigen Ermittler stehen bei dem grausamen Mordfall vor einem schier unlösbaren Rätsel. Die trauernde Tochter Kate kann dies nicht hinnehmen und beginnt, auf eigene Faust zu recherchieren, sehr zum Missfallen des Detective Chief Inspectors Caleb. Und ihre Spurensuche bringt schnell erste Ergebnisse zutage: Denn schon bald muss Kate erkennen, dass ihr Vater Richard Linville ein geheimes Doppelleben geführt hat und alles andere als ein treuliebender Mann war. Als die Geliebte Melissa kurz vor einem vereinbarten Treffen mit Kate ebenfalls ermordet aufgefunden wird, ist der Zusammenhang zwischen beiden Opfern nicht mehr von der Hand zu weisen.

Zum gleichen Zeitpunkt sieht sich der Drehbuchautor Jonas Crane kurz vor einem Burnout und plant mit seiner Frau und Adoptivsohn Sammy eine längere Auszeit zu nehmen. Fernab von Internet, Festnetz und Handyempfang macht die kleine Familie Urlaub in einem abgelegenen Haus in den Hochmooren. Doch das einsam gelegene Haus soll schnell zur tödlichen Falle werden. Ein gesuchter Flüchtiger, Hauptverdächtige im Falle Richard Leville, findet in dem abgelegenen Häuschen das perfekte Versteck.

Welches Geheimnis hat Richard Linville noch verborgen und wie hängen diese beiden unterschiedlichen Geschichten zusammen?

Zwei Geschichten – ein düsteres Geheimnis

Nachdem es mit der Ermordung von Kates Vater bereits auf den ersten Seiten dramatisch losgeht, baut sich die Handlung nach und nach gekonnt auf.

Eine große Stärke dieses Romans sind vor allem die detailreich und sehr realistisch agierenden Charaktere, die alle samt ihre Ecken und Kanten besitzen und nie ganz durchschaubar sind.

Im steten Wechsel schildert die Autorin die Ereignisse rund um den Mordfall von Richard Linville und der Familie Crane und erzeugt hierdurch eine packende Atmosphäre, die den Leser unweigerlich an den Kriminalroman fesselt.

Bis zum Schluss erwarten den Leser immer neue Wendungen und Charlotte Link versteht es meisterlich, die zunächst losen Handlungsstränge logisch und nachvollziehbar zu verknüpfen, bis diese schließlich in ein furioses Showdown münden.

Fazit: Ein Krimi mit ausgefeilten Charakteren und einer vielschichtigen Handlung

Mit „Die Betrogene“ liefert Charlotte Link einen gelungenen Kriminalroman, der den Leser bis zur letzten Seite an das Buch bindet. Die Autorin zeigt sich ein weiteres Mal als Meisterin des Krimihandwerks und versteht es, Spannung, ausgefeilte Charaktere und gut durchdachte Plots zu schaffen. Mit „Die Betrogene“ erhält der Leser eine äußerst fesselnde Kriminalgeschichte, die mit facettenreichen Charakteren und einer vielschichtigen, unvorhersehbaren Story punkten kann.